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GangArt durch die Kunstgeschichte Südwestfalens

GangArt durch die Kunstgeschichte Südwestfalens | Author

GangArt durch die Kunstgeschichte Südwestfalens: Zwischen Rubens und Schumacher liegen keine Welten - bekannte südwestfälische Künstler von Barock bis zur modernen Kunst.
(Bild: Ida Gerhardi)



Meilensteine auf dem Weg zur Südwestfalenkunst

Peter Paul Rubens (*1577 Siegen; †1640 Antwerpen), flämischer Maler, Diplomat der spanisch-habsburgischen Krone und einer der bekanntesten Maler des Barock.
Im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss in der „Rubensstadt“ Siegen bietet die Rubensgalerie einen reichhaltigen Bestand an Rubens-Grafiken und Gemälden: www.siegen.de/standard/page.sy...

Alle fünf Jahre wird der im Jahre 1955 von der Stadt Siegen gegründete Rubenspreis an einen lebenden, europäischen Künstler verliehen. Die Rubenspreisträger werden in der Sammlung Lambrecht-Schadeberg präsentiert. Diese im Museum für Gegenwartskunst Siegen beheimatete Malereisammlung zeigt ausschließlich repräsentative Werkkomplexe der Rubenspreisträger. Derzeit gehören knapp 100 Werke zum Sammlungsbesitz. museumfuergegenwartskunstsiege...

Die Sammlung Lambrecht-Schadeberg / Rubenspreisträger wird von der Stadt Siegen und der Peter-Paul- Rubensstiftung verwaltet. museumfuergegenwartskunstsiege...



August Sander (*1876 Herdorf/Siegerland; † 1964 Köln), deutscher Fotograf.
Sanders Werk umfasst Landschafts-, Natur-, Industriearchitektur- und Stadtfotografie, berühmt aber ist er hauptsächlich für seine Porträtkunst, wie sie exemplarisch in der Fotoserie Menschen des 20. Jahrhunderts ausgeführt ist.
August Sander gilt als bedeutender Wegbereiter einer zu seiner Zeit neuen Richtung innerhalb der Entwicklung seines Mediums, die heute unter der Bezeichnung der dokumentarisch sachlich-konzeptuellen Photographie Fortsetzung findet.

Das Archiv August Sanders hat in der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Kultur in Köln seinen Platz gefunden. www.augustsander.de/



Hilla Becher, (*1934 Potsdam) und Bernd Becher (*1931 Siegen; †2007 Rostock) haben sich als Künstlerpaar im Bereich der Industriefotografie internationale Anerkennung erworben. Sie sind durch ihre dokumentarisch angelegten schwarz-weiß-Fotografien von Fachwerkhäusern und vor allem von Industriebauten wie Fördertürmen oder Gasometern bekannt geworden.

Im Museum für Gegenwartskunst Siegen sind Werke des Künstlerpaar Bechers zu besichtigen. www.mgk-siegen.de



Christian Rohlfs (*1849 in Groß Niendorf / Kreis Segeberg; † 1938 in Hagen) gilt einer der wich-tigsten deutschen Maler des Expressionismus. Rohlfs arbeitete eine Zeit lang mit Emil Nolde zusammen. Durch die Vermittlung Henry van de Veldes lernt Rohlfs den Gründer des Folkwang-Museums Karl Ernst Osthaus in Hagen/Westfalen kennen. Im Jahr 1901 zog er auf Einladung von Karl Ernst Osthaus nach Hagen, wo er an der Folkwangschule lehrte. Einige seiner Werke wurden postum auf der documenta 1 im Jahr 1955 in Kassel gezeigt.
Das Karl Ernst Osthaus Museum im Kunstquartier Hagen verfügt über eine große Sammlung, die über Ausstellungen zugänglich gemacht wird.

Infos: www.christian-rohlfs.de
www.kunstquartier-hagen.de
www.osthausmuseum.de



Emil Schumacher (*1912 Hagen; †1999 San José, Ibiza), Maler, Mitbegründer der Abstrakten Kunst in Deutschland und Vertreter des Informel. Dominierendes Thema seiner Arbeiten sind die Eigenwertigkeit der Farbmaterie und deren psychische Wirkung. Seine Arbeiten sind heute in allen wichtigen Museen der Welt zu sehen.
1947 gründet Schumacher mit Malerkollegen die Künstler- und Ausstellungsvereinigung "junger westen. Im Jahre 1958 erhielt er den Guggenheim-Awards in New York, im selben Jahr wird er als Professor an die Hochschule für Bildende Künste in Hamburg berufen, in den Folgejahren stellt er u.a. auf der Biennale Venedig und auf der Kasseler Dokumenta aus. 1966 nimmt Schumacher in Karlsruhe eine Professur an und geht 1967 für ein Jahr als Gastprofessor an die Universität in Minneapolis/USA. 1998 erhält er den Auftrag für ein Wandgemälde im Berliner Reichstagsgebäude.

Emil-Schumacher-Museum im Kunstquartier Hagen: www.esmh.de
kunstquartier-hagen.de

Mehr zum Künstler auch unter: www.emil-schumacher.de

Die Website der Emil-Schumacherstiftung in Hagen informiert in Wort und Bild unfassend über den Künstler und seine Werke: www.emil-schumacher-stiftung.d...

Am 7. Dezember 2004 gründeten Kunstfreunde den Förderverein für das Emil- Schumacher Museum in Hagen. www.foerderverein-esm.de/about...

Emil Schumacher wurde 1987 mit dem 8. Rubenspreis der Stadt Siegen geehrt. In einer Ausstel-lung im Jahre 2007 stand im Museum für Gegenwartskunst Emil Schumacher innerhalb der Sammlung Lambrecht-Schadeberg im Mittelpunkt. museumfuergegenwartskunstsiege...



Ida Gerhardi (*1862 Hagen; †1927 Lüdenscheid), vom Impressionismus beeinflusste Porträtistin.
Ida Gerhardi wurde 1862 in Hagen als Tochter eines Arztes geboren. Nach einem Jahr Mal- und Zeichenunterricht in München, ging sie 1891 mit ihrer Freundin Jelka Rosen nach Paris, um in einer privaten Akademie Kunst zu studieren.
Den Schwerpunkt ihres Werkes fand sie recht bald in der Porträtmalerei, für die sie zahlreiche Aufträge erhielt und dadurch finanziell unabhängig wurde. In den Pariser Jahren wählte die Künstlerin das Nachtleben der Metropole zum Thema zahlreicher Arbeiten, die zu ihren besten und freiesten gehörten. Sie selbst bezeichnete sich als „Impressionistin“. Nach einer schweren Erkrankung zog Ida Gerhardi 1913 zur Familie ihres Bruders nach Lüdenscheid, wo sie noch einige Blumenstillleben und Landschaftsbilder fertigte, bevor sie dort 1927 nach langer Krankheit starb.
Ida Gerhardi vermittelte auch Ankäufe für den Industriellen Karl-Ernst Osthaus für das heutige Karl Ernst Osthaus-Museum in Hagen. Im KEO-Museum ist auch ein Porträt des Kunstmäzen von der Künstlerin zu betrachten.

Viele ihrer Werke befinden sich im Besitz der Städtischen Galerie Lüdenscheid, wo eigens für die Gerhardi-Bilder ein Raum eingerichtet wurde. www.luedenscheid.de

Seit 1989 stiftet die Sparkasse Lüdenscheid alle zwei Jahre den Ida-Gerhardi-Preis zur Förderung junger Künstler, deren Arbeiten im Rahmen einer Ausstellung präsentiert werden. www.ida-gerhardi-preis.de/



Künstlerehepaar Wessel, Wilhelm (*1904 Iserlohn; †1971 Iserlohn),
Maler und Grafiker. Wessel-Zumloh Irmgart
(*1907 Grevenbrück;
†1980 Iserlohn).
Der Kunstkritiker John Anthony Thwaites beschreibt Irmgart Wessel-Zumloh als eine der führenden deutschen Künstlerinnen der Zeit. Irmgart Wessel-Zumloh absolvierte ihr Kunst-studium an den Akademien in Königsberg und Berlin. 1933 findet im Städtischen Gustav-Lübcke-Museum Hamm die erste Ausstellung von Irmgart Zumloh gemeinsam mit Robert Ittermann und Wilhelm Wessel, statt.
Irmgart Wessel-Zumloh und ihr Mann Wilhelm Wessel sind Mitgründer des Westdeutschen Künstlerbundes, die Gründungsversammlung findet 1946 im Karl-Ernst-Osthaus Museum in Ha-gen statt. Im Jahre 1952 erhält Irmgart Wessel-Zumloh den Karl-Ernst-Osthaus-Preis, 1953 im Rahmen einer Ausstellung „Die Industrie in der Kunst der Gegenwart“ den einmaligen Industrie-Preis der Stadt Iserlohn und 1966 als erste Frau den Konrad-von-Soest-Preis (Westfälischer Kunstpreis) des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Münster.

Wilhelm Wessel absolviert sein Studiums an der Staatlichen Hochschule für freie und angewandte Kunst in Berlin, von 1952-57 ist er Vorsitzender des Westdeutschen Künstlerbundes. Wilhelm Wessel erlangte in den fünfziger Jahren Bekanntheit durch seine informellen, dunkeltonigen Bilder. Seine Arbeiten waren auf zahlreichen großen Einzelausstellungen und bei wichtigen Gemeinschaftsausstellungen zu sehen.

Die Werke des Künstler-Ehepaars sind u.a. im Museum Ludwig in Köln, Museum am Ostwall Dortmund, der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Kunst aus NRW in Aachen und Düsseldorf, im Westfälisches Landesmuseum für Kunst Kulturgeschichte Münster u.a. zu sehen: www.villa-wessel.de/IWZ_Museen...

In der Kulturregion Südwestfalen zeigen das Karl-Ernst-Osthaus-Museum Hagen (www.keom.de), die Städtische Galerie Iserlohn (www.iserlohn.de/Kultur/Galerie... und natürliche die Villa Wessel (www.villa-wessel.de) Werke von Irmgard Wessel-Zumloh.

Im Jahre 1991 wurde der Kunstverein “Wilhelm Wessel / Irmgart Wessel-Zumloh e.V.” in Iserlohn mit Sitz in der Villa Wessel, Gartenstraße 31, zur Pflege des künstlerischen Nachlasses und zur Präsentation moderner Kunst gegründet: www.villa-wessel.de

In Zusammenarbeit mit dem Kunstverein “Wilhelm Wessel / Irmgart Wessel-Zumloh e.V.” erfolgt die Verleihung des Iserlohner Kunstpreises Bürgerstiftung der Sparkasse der die Auswahl des auszuzeichnenden Künstlers fachlich eng begleitet und die Galerie in der Villa Wessel in Iserlohn als Ausstellungsfläche zur Verfügung stellt: www.iserlohner-kunstpreis.de



Der bekannte Kunsttheoretiker Hans Prinzhorn (*1886 Hemer; †1933 München) war als Psychiater und Kunsthistoriker mit beiden Fachgebieten vertraut und gilt heute als Pionier einer interdisziplinären Sichtweise („Kunst der Geisteskranken“). Ihm gelang es, eine einzigartige Sammlung von Werken aus psychiatrischen Anstalten aufzubauen. In Hemer ist die Hans-Prinzhorn-Klinik, das Westfälische Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, nach dem bedeutenden Psychiater benannt. Die „Sammlung Prinzhorn“ befindet sich der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg. www.prinzhorn.uni-hd.de/im_ueb...





Bekannte Künstler aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Jacob (+Wilhelm) Scheiner (*1820 Solbach bei Geisweid; † Potsdam)
Jakob Scheiners umfangreiches Werk steht im Spannungsfeld des gewaltigen Umbruchs in der Welt des 19. Jahrhunderts zwischen präzisen Zeichnungen von Technik und Industrie bis hin zu Skizzen, Aquarellen und Ölgemälden von sich auflösenden Stadtbildern und Landschaften.
Trotz fehlender akademisch-künstlerischer Ausbildung arbeitete sich Jakob Scheiner zu einem hervorragenden Maler empor, dessen Werke auch auf Weltausstellungen (Paris 1868 und Wien 1873) zu sehen waren. Typisch für ihn sind eine ungewöhnliche Genauigkeit des Blicks und der Perspektive sowie der dokumentarischen Darstellung der Stadt-, Verkehrs- und Technikge-schichte, die sich z. B. in den technische Zeichnungen des illustrierten Werkes über die "Bau-Anlagen der Köln-Giessener Eisenbahn und der Zweigbahn von Betzdorf nach Siegen" wider-spiegeln.

Das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss präsentiert einige schöne und sehenswerte Werke von Jacob und seinem Sohn Wilhelm Scheiner: www.siegen.de/standard/page.sy...

Das Stadtarchiv Siegen beherbergt ebenfalls einige interessante Stücke, wie z. B. die Lithographie "Das erste Schützenfest zu Siegen am 16. und 17. September 1849" von Jacob Scheiner um 1852; www.siegen.de/standard/page.sy...

Der Betzdorfer Bahnhof in den Zeichnungen von Jakob Scheiner ist zu sehen im Heimatmuse-um Betzdorf: www.betzdorf-sieg.de/heimat/bs...

Bilder von Scheiner sind auch im Kölner Stadtmuseum zu sehen.



Karl Jung-Dörfler (*1879 Wilnsdorf; †1927 Wilnsdorf), ein im Ortsteil Obersdorf geborener Künstler, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts seine eigene Mischung aus herkömmlicher Genremalerei und Expressionismus entwickelte.
Das Museum Wilnsdorf verfügt über eine umfangreiche Sammlung seiner Werke von 1898 bis zum Jahr seines Todes.
www.museum-wilnsdorf.de/04cont...



Hermann Kuhmichel (*1898 Eiserfeld; † 1965) besuchte die Kunstgewerbeschule in Aachen und lernte bei einem Kirchenplastiker die Bildhauerei. Kuhmichel schuf noch eine Reihe bedeutender Kunstwerk: Neben den Eisenguss-Plastiken entstanden Graffiti, Drahtplastiken und Stickbilder. Wichtige Werke sind etwa die "Ausschauende" von 1957, der Rubensbrunnen im Schlossgarten (www.siegen.de/standard/page.sy... das Relief im Hochhaus der Stahlwerke in Geisweid, die Plastik "die Rufenden" und viele religiös motivierte Werke für Kirchen und Kapellen. Er war ein langjähriges Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstler.

Im Museum Wilnsdorf sind ein paar exemplarische Stücke des Künstlers zu sehen:
www.museum-wilnsdorf.de/04cont...



Adolf Saenger (* 1884 Niederdielfen; † 1961) studierte Bildhauerei an der Hochschule der Künste in Berlin, wurde 1932 er Mitglied im Verein Berliner Künstler (VBK). Saenger setzte sich intensiv mit der ihn umgebenden Landschaft und seinen Menschen auseinander. Neben zahlreichen Ölbildern schuf er beispielsweise Stadtplaketten in Siegen und Dortmund, die Gedenktafel für die Gefallenen des zweiten Weltkriegs in Göttingen. Die erste deutsche Goldmünze der Nachkriegszeit wurde von ihm gestaltet.

Mit der Adolf-Saenger-Stiftung hat die Witwe des verstorbenen Künstlers der Stadt Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein zahlreichen Gemälde, Zeichnung und Skizzen übereignet.
Die Stiftung ist dem Ausstellungsforum des Siegerlandmuseums Haus Oranienstraße angeglie-dert. www.siegen.de/standard/page.sy...

Auch das Museum Wilnsdorf zeigt ein paar exemplarische Stücke von Adolf Saenger
www.museum-wilnsdorf.de/04cont...



Ludwig Wilhelm Heupel (* 1864 Siegen - 1945 )
Professor an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf.



Heinrich Schickardt von Siegen, (* 1464 in Siegen, † 1540), der Künstler des Herrenberger Chorgestühls und Großvater des Renaissance-Baumeister Heinrich Schickardt.
de.wikisource.org/wiki/ADB:Sch...



Weitere Künstler im Kreis Siegen-Wittgenstein:
Helmut Plontke, Hanna Achenbach-Junemann, Carl Bösch, Georg Bechtel, Georg Heimann, Martin Jung, Ludwig Kirchhoff und Hermann Manskopf. Ihnen widmete das Siegerlandmuseum in Siegen 1995 eine eigene Ausstellung („Siegerländer Industriedenkmaler“). Fritz Heupel, Carmen Klein, Friedrich Keusch.




Bekannte Künstler aus Hagen

Carl Schlickum (* 1808 Hagen-Eilpe; † 1869 in Blumfiel /Michigan (USA) war ein deutschamerikanischer Illustrator, Zeichner und und Maler romantischer Landschaften.
Im Jahre 1839, in einer Zeit der frühen Industrialisierungsphase, wanderte Schlickum mit dem Dichter Ferdinand Freiligrath durch Westfalen und schuf die Bildvorlagen für das Werk „Das malerische und romantische Westphalen“ von Ferdinand Freiligrath und Levin Schücking.



Weitere Hagener Künstler:
Will Lammert (1892–1957), Bildhauer Heinrich Brocksieper (1898-1968), Maler, Fotograf und Ex-perimentalfilmer Heinrich Holthaus (1903–1980), Bildhauer Heinrich Hawick (1906–1945), Künstler Alfred Dörner (1906–1971), Goldschmied und Metallgestalter (u.a. goldene Kugel des Hagener Planetensystems) Paul Gerhardt (1912–1975), Maler Carl Baumann (1912–1996), Maler und Helwig Pütter (1920–2003), Erwin Hegemann (1924–1999), Maler, Grafiker, Bildhauer, Gerda Meyer-Bernstein (* 1924), Künstlerin, wohnhaft in Chicago Rolf Escher (* 1936), Künstler Horst Becking (* 1937), Maler Utz Brocksieper (* 1939), Bildhauer Uwe Nickel (Maler) (* 1942), Grafiker und freier Maler Dieter Ziegenfeuter (* 1946), Grafiker





Bekannte Künstler aus dem Märkischen Kreis

Heinz Wever (* 1890; Herscheid, †1966 Herscheid)
Heinz Wever wurde am 31. Dezember 1890 in Herscheid im Sauerland geboren. Er studierte von 1911 bis 1913 an der Düsseldorfer Kunstakademie. Nach seinem Einsatz als Soldat im 1. Weltkrieg unternahm er zahlreich Reisen, u.a. einige Jahre in die USA. Tätig war Wever als Maler, Zeichner und plattdeutscher Schriftsteller. Zwischen 1930 und 1937 lebte er in Berlin; danach kehrte er in seinen Heimatort zurück.Seine Kunst ist zwischen Surrealismus und Neuer Sachlichkeit zu verorten. Schwerpunkte seiner Arbeiten waren Menschenbildnisse, Charakterporträts und die Darstellung der damaligen Arbeitswelt. Hans Wever fertigte u.a. die großformatigen Plakate für die Hygieneausstellung in Dresden im Jahre 1934 an.
Besonderes bemerkenswert und wertvoll in technikhistorischer und sozialgeschichtlicher Hinsicht ist seine „Ehrengalerie der Werksjubilare“ – eine Serie von Bildnissen werktätiger Menschen der heimischen Fabriken.

Bilder von Wever sind u.a. in den Sammlungen des Geschichtsmuseums der Stadt Lüdenscheid www.luedenscheid.de und der Museen des Märkischen Kreises www.maerkischer-kreis.de zu finden.



Kaschke, Rudolf (*1879 Schlesien; † 1965 Lüdenscheid) war ebenso typischer wie realitätsgetreuer Maler, der sich vornehmlich mit der sauerländischen Mittelgebirgslandschaft auseinandersetzte.
Im Jahr 2008 widmeten die Museen der Stadt Lüdenscheid ihm und seinen künstlerischen Zeit-genossen eine Ausstellung „Stille Landschaften“.
www.luedenscheid.de/luedensche...



Paul Wieghardt (* 1897 Lüdenscheid; † 1969 Chicago)
Paul Wieghardt wurde 1897 in Lüdenscheid geboren. 1921 begann er sein Kunststudium in Köln und wechselte 2 Jahre später an das berühmte Bauhaus in Weimar. 1926 ging er mit seiner Frau Nelli nach Dresden, wo er sein wichtigstes Bildthema – die Figur im Raum – entwickelte. In der Kunstmetropole Paris wandelte sich unter dem Einfluss so bedeutender Vertreter der Moderne wie Cézanne und Matisse Wieghardts Technik und Farbpalette.
1938 besuchte der Maler seine Mutter in Lüdenscheid zum letzten Male und heimlich, da die politische Lage auch in Frankreich für ihn und seine jüdische Frau immer bedrohlicher wurde. Über Umwege floh das Ehepaar 1940 in die USA, wo Wieghardt bald eine Stelle als Dozent erhielt. In Amerika wurden seine Motive abstrakter, Figuren und Raum blieben aber weiterhin lesbar. 1969 starb Paul Wieghardt in Chicago.
Die Städtische Galerie Lüdenscheid zählt zahlreiche Gemälde und ein umfangreiches Grafik-Konvolut zu ihrem Besitz. In einem eigens gestalteten Raum sind dort die Werke zu sehen. www.luedenscheid.de




Emmy vom Hofe (* 1883 Lüdenscheid, † 1964 Düsseldorf)
Emmy vom Hofe wurde am 4. September 1883 in Lüdenscheid geboren. Ihre künstlerische Aus-bildung erhielt sie zunächst ab 1908 an der Arthur-Lewin-Funcke-Schule für Malerei und Plastik in Berlin. Von 1911 bis 1912 studierte sie in Paris im Atelier von Emile-Antoine Bourdelle. 1917 wurden ihre Skulpturen, Büsten sowie ganzfigurige Plastiken, im Museum Folkwang in Hagen ausgestellt. Dennoch blieb ihr die gesellschaftliche Anerkennung versagt; darüber hinaus ging der größte Teil ihrer Werke verloren. Eine von noch drei erhaltenen Skulpturen ist ein Familiengrabmal von 1910, das heute auf dem alten evangelischen Friedhof in Lüdenscheid und unter Denk-malschutz steht. 1921 gab sie ihr Atelier in Berlin auf und lebte bis zu ihrem Tod mit einer Freundin in Düsseldorf.



Wilhelm Jüngermann (* 1900 Lüdenscheid; † 1977 Lüdenscheid)
Jüngermann wurde am 08. Juli 1900 in Lüdenscheid geboren. Nachdem er 6 Jahre lang von dem Bildhauer Gottwald Kuhse unterrichtet worden war, erhielt er von 1916 bis 1919 eine Ausbildung zum Graveur und Medailleur. Im Jahre 1921 studierte er 2 Semester an der Zeichenakademie und Kunstgewerbeschule in Hanau, anschließend an der Kunstgewerbeschule Pforzheim. Von 1925 an besuchte er die Kunstgewerbeschule München, an der er von Prof. M. Dasio unterrichtet wurde. 1927 zog Jüngermann ins Sauerland, wo er eine kunsthandwerkliche Werkstatt eröffnete. Zwischen 1947 und 1961 leitete er die Fachklasse für Graveure an der gewerblichen Berufsschule in Lüdenscheid. Er war außerdem Mitbegründer der Künstlergemeinschaft „Westfälische Werkstätte“. 1976 gab es in Sundern in der Sauerland-Galerie die erste Retrospektive. Jüngermann starb am 27. Mai 1977 in Lüdenscheid.




K(urt) T(oni) Neumann (* 1919 Kreis Posen – jetzt in Berlin wohnhaft; von 1945 bis 1999 in Lüdenscheid)
Geboren wurde Neumann am 15. Mai 1919 in Jarotschin im Kreis Posen. Nach einer handwerkli-chen Ausbildung zum Schlosser besuchte er von 1936 bis 1939 die Schule für angewandte Kunst in Breslau und spezialisierte sich dort als Metallplastiker. Nach dem 2. Weltkrieg, in dem er als Soldat schwer verwundet worden war, kam er durch seine Frau zuerst nach Hagen, dann nach Lüdenscheid. Hier schuf er im Auftrag von Privatleuten und der Stadt Lüdenscheid zahlreiche Metallplastiken, u.a. zwei Brunnen sowie mehrere Werke für den öffentlichen Raum. 1999 zog Neumann mit seiner Frau Olga nach Berlin.



Waldemar Wien (* 1927 Dortmund, † 1994 Kierspe)
Geboren wurde Wien am 11. Januar 1927 in Dortmund. Nach einer Lehre zum Steinbildhauer (1946-48) studierte er von 1948 bis 1952 an der Werkkunstschule Dortmund. Seitdem arbeitete er als freischaffender Künstler und hatte von 1980 bis 1988 eine Stelle als Lehrbeauftragter für Plastisches Gestalten an der Ruhr-Universität Bochum inne. Er schuf zahlreiche Skulpturen und Brunnen für den öffentlichen Raum in Lüdenscheid und anderen Orten im Sauerland. Wien starb am 12. Februar 1994 in Kierspe.





Bekannte Künstler aus dem Kreis Olpe

Sasse, Johannes (*1640 Attendorn; †1706 Attendorn), Holzschnitzer und Kircheneinrichter mit eigener Bildhauer-Werkstatt.



Ina-Maria Mihalyhegyi-Witthaut (*1946 in Kirchhundem / Kreis OIpe, †1987 Siegen)
absolvierte 1966 bis 1969 ein Kunststudium an der Blocherer-Schule in Munchen. Seit 1970 sind ihre Werke in Ausstellungen in zahlreichen europaischen und deutschen Städten beachtet und geehrt worden. In den Jahren 1974 – 77 nahm sie an den internationalen Kafka-Ausstellungen teil. 1983 wurde sie in Baden-Baden mit der Euro-Ehrenkette „Ami de L'Europe" ausgezeichnet, ein Jahr später mit dem Kulturpreis des Kreises Olpe. Über ihr künstlerischen Werke von Ina-Maria Mihalyhegyi-Witthaut, die Gewalt und menschliches Leid thematisieren, engagierte sich die Künstlerin für Menschenrechte.

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