kulturregion südwestfalen

Gruppen/ Institutionen

Hof-Apotheke

Brauchtum / Heimatkultur

Königstraße 48
57334 Bad Laasphe

E-Mail: info@tourismus-badlaasphe.de
URL: www.bad-laasphe.de

Unmittelbar neben dem Westtor der Stadt, so ist auf dem Stadtplan von 1739 zu erkennen, steht ein Gebäude (heute Königstraße 48), in welches im Jahre 1848 durch Ankauf seitens des Apothekers Louis Cobet die gräflich privilegierte Hof-Apotheke verlegt wurde.

Der Hauptteil dieses Anwesens war ein Bau, der im Laufe der Zeit vielleicht verändert oder auch neu erbaut war, bereits um 1575 hier gestanden hatte und seitdem zwei Generationen lang der Familie Schiebel (Schöbel), dann dem Peter vom Hoff, vor 1664 dem Gerhard Conradi, um 1700 den Denleders, anschließend dem Franz Wilhelm Wunderlich und dann dem Johann Friedrich Weil (28.10.1717 – 14.03.1795) gehört hatte. Dessen Tochter Johanna Christiane heiratete am 06.04.1770 den Regierungssekretär Andreas Hammer, verkaufte nach dessen Tod aber das Haus mit einem größeren Teil des Gutes am 15.12.1810 an den Bürger Ludwig Völkel zu Haiger. Dieser ist aber nicht nach Laasphe übergesiedelt sondern verkaufte das Anwesen (offenbar aber ohne die Güter) am 01.09.1816 an den Laaspher Pferdehändler Löb Blumenthal. 1848 kam es dann in Cobet’schen Besitz, zugleich mit dem nördlich angrenzenden früheren Besitztum des Heinrich Hirth.

Am 02. August 1848 genehmigte die Regierung in Arnsberg die Übernahme und selbständige Verwaltung der Apotheke durch Louis Cobet. Bis zu seinem Tode 1876 hatte dann Louis Cobet die Laaspher Hof-Apotheke 28 Jahre inne gehabt. Bei seinem Tode war sein als Nachfolger vorgesehener Sohn Rudolf Cobet noch nicht 17 Jahre alt. Erbe des Hauses war eine Erbengemeinschaft von 9 Personen. Von dieser Erbengemeinschaft kaufte Rudolf Cobet durch Kaufvertrag vom 1. April 1887 den Alleinbesitz der Apotheke und hatte diese dann über 50 Jahre lang bis 31. Juli 1938 in Händen.

Im Anschluss daran wurde die Apotheke von Frau Luitgard Steitz übernommen und ab dem Jahre 1968 von ihrer Nichte, Frau Luitgard Köhler, weitergeführt bzw. vom 01.01.1985 bis zum 31.12.2009 an den Apotheker Michael Düben verpachtet. Seit dem 01.01.2010 wird die Apotheke von Frau Margit Köhler (Schwiegertochter von Frau Luitgard Köhler) geführt.
Bei der Hof-Apotheke handelt es sich um ein dreigeschossiges symmetrisch angelegtes Fachwerkgebäude mit gering auskragenden Geschossen, dessen Fachwerk an der Süd- und Ostfassade vom Erdgeschoss bis zum 2. Obergeschoss im 19. Jahrhundert verputzt worden ist. An der Nordfassade ist das Fachwerk sichtbar. Auf der Südseite befindet sich in der Achse zum Eingang ein verschieferter Zwerchgiebel auf einem schieferge-deckten Satteldach. Der Eingangsbereich, das Treppenhaus und der Apothekenraum sind noch in historischer Gestalt. Die Westfassade wurde komplett verschiefert, an der Ostfassade ist nur das Giebeldreieck verschiefert worden.

Bei den nördlich der Hof-Apotheke gelegenen Anbauten handelt es sich um eine ehemalige Scheune sowie um den Rest eines Hauses mit ebenerdigem Kellerraum. Die Westwand dieses Gebäudes besteht aus einem Teilstück der ehemaligen Stadtmauer.
Die Gesamtanlage wurde am 10.01.1986 in die Denkmalliste der Stadt Bad Laasphe eingetragen.

Quellennachweis: Aufsatz von Wilhelm Hartnack über die Laaspher Hof-Apotheke, Heft 4, 1960, Wittgensteiner Heimatverein.

Der Denkmaltipp des Monats wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Arbeitskreis Historischer Stadt- und Ortskerne NRW und ist dort „Denkmal des Monats“ Dezember 2011: www.hist-stadt.nrw.de/Aktuelle...
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